Stricker GmbH & Co. KG: „Revier-Helden machen den Drachenfels wieder schön“
„Revier-Helden machen den Drachenfels wieder schön“, so betitelte die BILD-Zeitung am 14. Januar 2011 ihren Bericht über eine der außergewöhnlichsten und interessantesten Baustellen der Firma Stricker in den vergangenen Jahren.
Überhaupt war und ist das Medieninteresse an diesem Projekt im Naturpark Siebengebirge zwischen Königswinter und Bad Honnef enorm hoch. Fernsehberichte in ARD (Tagesthemen), ZDF (heute), WDR (Aktuelle Stunde), RTL (RTL Aktuell) und verschiedenen Regionalsendern sowie die Berichterstattung in der lokalen und überregionalen Presse zeugen davon, dass die Neugestaltung des Drachenfelsplateaus im Fokus der Öffentlichkeit steht. Sie ist das Leuchtturmprojekt der Region Königswinter.

Der Abbruch des auf dem Drachenfels erbauten Restaurants, das weithin sichtbar unmittelbar unterhalb der Drachenfels-Burgruine angesiedelt ist, musste aus Naturschutzgründen zwingend in den Wintermonaten von Dezember bis Februar/ März erfolgen, denn im Frühjahr erwacht die dort beheimatete Mauereidechse aus ihrem Winterschlaf. Diese ausdrücklich jahreszeitliche Bauzeitbeschränkung auf Grundlage des Natur- und Umweltschutzes galt für das gesamte Rückbauprojekt so- wie die Zufahrtsstrecke, die lediglich aus einem schmalen Kutschenweg bestand. Auf dem 321 Meter hohen Berg, auf dem laut der Nibelungensage Siegfried einen Drachen tötete, hat sich eine einzigartige, schützenswerte Flora und Fauna entwickelt, die nur ein sehr sensibles Vorgehen beim Rückbau der „Bausünde“ aus den 70er-Jahren gestattete.
Besondere Herausforderungen und Aussichten
Die Stricker GmbH & Co. KG aus Dortmund erhielt in beschränkter Ausschreibung im November 2010 von der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft mbH der Stadt Königswinter den Auftrag, unter der strengen Aufsicht einer eigens beigestellten ökologischen Bauleitung, diese Herausforderung umzusetzen. Aufgrund einer tonnagebeschränkten historischen Brücke (24 to) waren die An- und Abtransporte zur Baustelle nur mit kleinen Einheiten möglich. Da die Kellerräume des abzubrechenden Gebäudes für den späteren Neubau erhalten bleiben sollen, war es notwendig mittels Stützen und Jochen die Kellerdecke so abzufangen, dass eine Befahrbarkeit mit einem 23 to Kettenbagger gefahrlos gewährleistet ist. Weiterhin war ein ehemaliger Rittersaal mit dem anfallenden Bauschutt lagenweise aufzufüllen und anschließend mit fließfähigem Füllbeton kraftschlüssig bis zur UK Kellerdecke zu verfüllen.
Der oberirdische Abbruch des ca. 8.000 m3 umbauten Raumes war somit nur in enger Abstimmung mit dem Statiker auszuführen und Zwischenbauzustände mussten genauestens eingeplant werden.
Der frühe Wintereinbruch im November 2010 behinderte allerdings die vorlaufenden Schadstoffsanierungs- und Entkernungsarbeiten. Hinzu kam, dass der steile Kutschenweg durch Schnee und Glatteis - Streusalz durfte aus ökologischen Gründen nicht eingesetzt werden - nur bedingt befahrbar war.
Am 11. Januar begann die Stricker GmbH & Co. KG unter großer Anteilnahme von Presse, Funk und Fernsehen mit dem eigentlichen oberirdischen Rückbau der massiven Bausubstanz. Auf engstem Raum wurden zeitgleich die Entkernungsarbeiten des denkmalgeschützten 30er-Jahre-Gebäudes (Hotel) und des rückzubauenden 70er-Jahre Gebäudes ausgeführt. Unter der fachlichen Begleitung von Bauleiter Klaus Grieper waren ein Polier, zwei Maschinisten und zehn Facharbeiter/Helfer im Einsatz.
Dieses Projekt war für die Stricker GmbH zwar kein Großprojekt, doch die logistische und technische Herausforderung war außergewöhnlich und in der Branche nicht alltäglich. Im März 2011 konnte diese spannende Maßnahme erfolgreich und vor allem termingerecht abgeschlossen werden. Auch die Mauereidechse kann nun ihr geschütztes Refugium wieder ungestört nutzen. Nicht nur der sensationelle Blick auf das Rheintal unterhalb der Burgruine, sondern auch der seltene Ausblick auf eine Abbruchbaustelle mitten in einem der restriktivsten Naturschutzgebiete Deutschlands war baubegleitend der Anziehungspunkt auf dem Drachenfelsplateau. Allein im Januar 2011 kamen bereits 4.000 Besucher und bestaunten die neue Aussicht.
